Architektur-Highlight in Köln-Rodenkirchen: Eine Villa mit Charakter
Was sofort ins Auge fällt: Die Villa im Kölner Stadtteil Rodenkirchen setzt mit ihrer Architektur klare Akzente. Statt schlichter Würfelform tritt eine lebendige Komposition aus gegliederten Teilkubaturen auf. Und auch bei der Fassade geht man einen besonderen Weg: Statt klassischem weißen Putz verleihen Kupfer-Schindeln bestimmten Flächen ein markantes Erscheinungsbild. Damit dieser Eindruck nicht gestört wird, wurden selbst Fallrohre unsichtbar integriert – sie verlaufen hinter der Außenhaut im Dämmsystem. Präzise Handwerkskunst war dafür unverzichtbar. Für die Metallarbeiten und das Entwässerungssystem zeichnet der Fachbetrieb Nebeler verantwortlich.

Spannung durch Kontraste: Kupfer und Putz im Zusammenspiel
Kein Haus von der Stange: Wer das Wohngebäude in Rodenkirchen betrachtet, erkennt sofort, dass hier bewusst gegen den architektonischen Einheitsbrei gebaut wurde. Der kupferverkleidete, höhere Kubus erhebt sich aus einem etwas niedrigeren Baukörper mit hellem Putz. Zur Straßenseite wirkt das Haus eher geschlossen, öffnet sich jedoch mit großzügigen Glasflächen zum Garten. In einer Ecke schafft ein aus der Kubatur ausgeschnittener Bereich Platz für eine geschützte Terrasse. Die Putzoberfläche wirkt glatt, ruhig und edel – in einem hellen Cremeton gehalten. Doch vor allem dient sie als Hintergrund für die präzise eingepasste Kupferhaut. Die Schindeln vom Typ KME Tecu Classic coated ziehen sich sauber bis in die Laibungen. Der Wechsel von ruhigen Flächen und metallischem Glanz lässt das Gebäude aus jeder Perspektive anders wirken.

„Die Eleganz der Putzfassade entsteht durch den flächigen, weitgehend geschlossenen Aufbau. Mit der Wuppertaler Blende zur Belüftung der Fallleitungen ist eine harmonische und technisch ausgereifte Lösung für die zuverlässige Dachentwässerung gefunden worden: Anstelle einer Metallhaube ist es hier ein im Farbton des Fassadenputz‘ gehaltenes, kleines Element. Mit dem schmalen DN-50- Rohr ist zudem auch für die Notentwässerung eine optisch kaum auffallende Variante realisiert.“ Stefan Kruska, Loro, Rösrath
Kupferoptik bleibt erhalten – keine Patina
Bewusst entschied man sich für beschichtete Kupferschindeln, die ihre glänzende Oberfläche dauerhaft behalten. Die typische Alterung durch Oxidation war in diesem Fall nicht gewünscht. Die Fachhandwerker verlegten die Schindeln im Halbversatz auf einer tragenden Holzunterkonstruktion – eine technisch ebenso anspruchsvolle wie optisch überzeugende Lösung.

Technik versteckt: Unsichtbare Entwässerungselemente
Im Gegensatz zur auffälligen Fassade galt für die Dach- und Terrassenentwässerung ein anderer Anspruch: Sie sollte unsichtbar bleiben. Keine störenden Fallrohre sollten das homogene Erscheinungsbild durchbrechen.

Die Lösung bestand darin, die gesamte Entwässerung unter dem Putz zu verlegen. Auf dem Flachdach reichten zwei Abläufe, die dank einer kaskadenartigen Anordnung auch die Terrassenflächen entwässern. Die Fallrohre verlaufen verdeckt innerhalb der Wandkonstruktion. Sichtbar sind nur zwei „Wuppertaler Blenden“ und zwei Notausläufe nahe dem Boden. Erstere dienen der Belüftung der Leitungen und sind farblich der Fassade angepasst. Die Notauslässe führen das Wasser regelkonform auf die umgebenden Flächen ab, sind aber durch ihren geringen Durchmesser (DN 50) und ihre unauffällige Positionierung kaum wahrnehmbar.
Entwässerung mit System: Leistungsstark und kompakt
Die Abläufe auf den Dachterrassen sind unter den Plattenbelägen verborgen. Nur auf dem Flachdach sind sie sichtbar. Für eine dauerhaft sichere Entwässerung kamen Stahlkomponenten des Herstellers Loro zum Einsatz. Um auch mit schmalen Rohrquerschnitten große Wassermengen ableiten zu können, wurde ein System mit druckführender Freispiegelentwässerung gewählt. Rohre mit 100 Millimeter Durchmesser (DN 100) reichen hier sowohl für die Haupt- als auch für die Notentwässerung aus.

„Projekte, an denen handwerkliches Können gefragt ist, reizen uns besonders.
Die Kupferfassade ist so zu einer repräsentativen Referenz geworden – die Montage der Schindeln ist reine Handarbeit und unser Team hat hier genau darauf geachtet, dass alles passt und die Anschlüsse sauber und genau eingehalten werden. Die Dach- und Terrassenentwässerung ist ebenso sauber ausgeführt. Hievon sieht man nur die Entlüftung und die kleinen Auslässe der Notentwässerung.“
Dachdeckermeister Stefan Nebeler, Geschäftsführer Nebeler Bedachungen GmbH, Daun

Effiziente Technik: Vier Wege in einem System
Zwei Ablaufstellen an der Attika übernehmen sowohl Haupt- als auch Notentwässerung – realisiert mit dem System „Haupt-Not-Kombi Duoflux Flach 50 Attikadirektablauf, Serie 43“ von Loro. Vom Dach wird das Wasser über ein Doppelrohrsystem (außen DN 100, innen DN 50) zur Dachterrasse geleitet. Von dort fließt es durch zwei weitere DN 50-Leitungen zum Ablauf unter dem Belag. Hier kommt der Quattroflux-Ablauf von Loro-X zum Einsatz, der sowohl Dach- als auch Terrassenwasser aufnimmt und getrennt über zwei „Rohr-in-Rohr“-Leitungen abführt. Damit sind vier Fließwege – je zwei für Haupt- und Notentwässerung – in einem Bauteil gebündelt.

Belüftet, aber fast unsichtbar: Die „Wuppertaler Blende“
Für den notwendigen Druckausgleich im Leitungssystem wurde auf ein dezentes Entlüftungselement gesetzt: die „Wuppertaler Blende“. Sie ragt nur wenige Zentimeter aus der Fassade, ist unten geschlossen und öffnet sich lediglich nach oben. Mit dieser Lösung ließ sich auch der gestalterisch hohe Anspruch an das Bauwerk einhalten. Zusätzlich minimiert die Belüftung störende Fließgeräusche – besonders wichtig unter genutzten Dachterrassen.

Bautafel
Einfamilienhaus, Köln-Rodenkirchen
Architekt: Vidale Schnitzler Architekten, Köln
Projektentwicklung/Bauleitung: ABSOLUT Projektentwicklung GmbH, Köln, Architektin Jennifer Meiners
Fachhandwerker: Nebeler Bedachungen GmbH, Daun, Stefan Nebeler
Entwässerung: Loro, Bad Gandersheim, Beratung: Stefan Kruska
Kupferfassade: KME, Osnabrück, Beratung: Klempnermeister Michael Giebler

