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Fertigung von Dreifachisolierverglasung

Fachkräftemangel ist auch in Frankreichs Glasindustrie ein Thema. Die Automation gilt als ein wichtiges Werkzeug, um der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken. Doch ist dieser Schritt auch für ein relativ kleines oder mittleres Familienunternehmen rentabel? Der Isolierglashersteller SA Michel Deschanet beweist, dass es mit Mut, Flexibilität und Innovationen gelingt, in einem umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dass sie bereits im Jahr 2012 in eine automatische Linie für die Fertigung von Dreifachisolierverglasung mit Super Spacer Abstandhaltern investiert hat, hat Pascale Roche-Deschanet nie bereut. Heute, in Zeiten von Corona, ist sie doppelt froh. In ihrer automatisierten Produktion sind Sicherheitsabstände leichter einzuhalten und krankheitsbedingte Ausfälle einfacher zu kompensieren. „Dank der durchgehenden Automatisierung können wir unsere Mitarbeitenden optimal schützen, flexibel auf Kundenanforderungen reagieren und eine termingerechte Lieferung garantieren“, zieht Frau Roche-Deschanet Bilanz.

„Weltgarten“ im Themenpark Vin Pearl in Nha Trang
„Weltgarten“ im Themenpark Vin Pearl in Nha Trang

Automation sichert Wettbewerbsfähigkeit

Gemeinsam mit ihrem Mann Didier Roche führt die Tochter des Firmengründers den Isolierglashersteller SA Michel Deschanet mit Sitz im französischen Augny. 2019 haben sie für einen zweiten Automatisierungsschritt noch einmal einen Millionenbetrag in die Hand genommen. Der Trend zu laminiertem Glas und die erheblich gestiegene Zahl an Glasvarianten, die vorgehalten werden mussten, zwangen dazu, die Lagerhaltung zu rationalisieren. „Als Familienbetrieb müssen wir immer beweglich und innovativ sein, um bei Aufträgen wettbewerbsfähig zu bleiben. Also erarbeiteten wir 2018 ein Konzept für die Automatisierung der vorgelagerten Produktionsstufen“, erklärt Roche. Vom Entladen der angelieferten Glastafeln über das Schneiden und Einlagern in einen Pufferspeicher bis hin zur Zuführung von rund 100 verschiedenen Glaszuschnitten an die Linien für Zweifach- und Dreifachverglasung ist bei Deschanet heute der komplette Fertigungsprozess durchgehend automatisiert. Flexibel können jetzt Einheiten mit unterschiedlichen Glasaufbauten und Kombinationen aus Floatglas und Verbundglas produziert werden. Alleine durch den automatisierten Zuschnitt erhöhte sich das Tagesvolumen um 40 Prozent.

Deschanet setzte frühzeitig auf Dreifachverglasung mit Super Spacer Warmer Kante.

Neben der Produktionseffizienz spielten vor allem Qualitätsaspekte eine Rolle bei der Investition in die erste Super Spacer Linie im Jahr 2012. „Wir haben bei Deschanet fest daran geglaubt, dass energieeffiziente Dreifach-Verglasungen uns einen Wettbewerbsvorsprung bringen werden“, erläutert die Firmenchefin. Tatsächlich waren zu diesem Zeitpunkt in den nordeuropäischen Ländern und auch in Deutschland bereits ein großer Teil der neuen Fenster dreifach verglast. In Frankreich hingegen boomte noch die Zweifachverglasung. Die Entwicklung gab den Deschanets Recht. Heute sind 40 Prozent der im Haus produzierten Isolierglaseinheiten dreifach verglast, überwiegend mit Super Spacer T-Spacer Premium Plus als Warme Kante Abstandhalter.

„Bei anspruchsvollen Structural Glazing- und Fassadenprojekten holen wir in puncto Qualität und Effizienz das Maximum aus unserer Produktion heraus“, erklärt Roche. „Wir waren das erste französische Unternehmen, das Super Spacer automatisiert verarbeitet hat. Dadurch konnten wir den Produktionsprozess im Wesentlichen auf die drei Schritte Abstandhalter-Applikation, Zusammenfügen der Glasscheiben, Gasbefüllung und Verpressen sowie Aufbringen der Sekundärdichtung reduzieren.“ Vor allem die Präzision, mit der die Abstandhalter appliziert werden können, ist ein Qualitätsmerkmal, das auch die Kunden zu schätzen wissen, denn es zeigt sich bei der Ästhetik der eingebauten Fenster und insbesondere am sauber verarbeiteten Randverbund. Eine Toleranz von wenigen Zehntelmillimeter selbst bei den großen Scheiben von 2.500 x 3.500 Millimeter ist mit manueller Verarbeitung nicht zu schaffen.

Energieeffiziente Verglasung für Gewächshäuser und Tropenhäuser

Schätzungsweise 900.000 m2 Verglasung mit Super Spacer Abstandhalter wurden bis heute geliefert. Gleich der erste Großauftrag mit der flexiblen warmen Kante war ein Leuchtturmprojekt in Frankreich: 6.000 Quadratmeter kaltgebogene, hochperformante Zweifach-Isoliergläser für ein neues tropisches Gewächshaus im Zoo Vincennes in Paris. Mit 100 Metern Länge, 40 Metern Breite und 16 Metern Höhe ist das 4.800 m2 große Glasgewölbe, unter dem sich auf 3.000 Quadratmeter bepflanzter Fläche die Landschaften von Guyana und Madagaskar in einem feucht-tropischen Klima ausbreiten, ungemein beeindruckend. Die Glaspaneele sind extrem lichtdurchlässig, um den Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen zu geben, die Zweifach-Verglasung soll im Zusammenspiel mit natürlicher Belüftung die ehrgeizigen Energieeffizienz-Ziele unterstützen. Denn natürlich ist die konstante Klimatisierung einer so großen Glashalle auf 20°C bis 25°C und 75 Prozent relative Luftfeuchte eine energetische Herausforderung. Regelmäßig wird das Innere mit einem System an Düsen befeuchtet, was für den Besucher auch einmal eine überraschende Dusche bedeuten kann. Die 1,5 x 0,75 Meter großen Paneele wurden vor Ort mit einer Wölbung von 4° bis 5° in die Konstruktion eingepasst. Für die ATeX-Zulassung waren im Vorfeld umfangreiche statische Berechnungen sowie Tests wie beschleunigte Alterung durchgeführt worden.

Alle Deschanet-Produkte sind CEKAL-zertifiziert. Mit der Ausrichtung auf energieeffiziente Isolierverglasung mit herausragender thermischer Performance bietet Deschanet für Kunden, die eine HQE-Zertifizierungen (Haute Qualité Environmentale), eine BBC-Qualifizierung (Bâtiment Basse Consommation) oder eine Zertifizierung nach einer der anderen international gebräuchlichen Normen anstreben, ein echtes Unterscheidungsmerkmal.

Automation macht schneller und besser!

„Deschanet ist ein Paradebeispiel, wie man durch die Automatisierung seine Produktionskapazitäten erhöhen und gleichzeitig qualitativ hochwertiges Isolierglas wesentlich schneller und gewinnbringender fertigen kann“, so Fabrice Keller, Area Manager für Frankreich bei Edgetech Europe GmbH. „Die reibungslose Einbindung des Applikationsroboters für Super Spacer ist dabei ein wesentlicher Aspekt. Egal, welches Fensterformat und welcher Glasaufbau, die Linie kann dank der ausgeklügelten Komponentenlogistik unterbrechungsfrei arbeiten.”

Schnelligkeit war auch bei ihrer zweiten großen Greenhouse Projekt, die die Deschanets 2017 realisiert haben, gefordert. Der Fassadenbauer Mtechbuild hatte den Auftrag für die Errichtung von fünf kuppelförmigen Gewächshäusern gewonnen. Mtechbuild lieferte die Stahlkonstruktion, Deschanet produzierte innerhalb von zweieinhalb Monaten 15.000 Quadratmeter gehärtetes Glas für die Doppelverglasung, die vor Ort kalt gebogen wurden. „Das Projekt war eine ganz besondere Herausforderung, da fünf Glaskuppeln, eine davon größer als die Kuppel des Berliner Reichstagsgebäudes, in 6 Monaten hergestellt, mit dem Schiff nach Vietnam transportiert und komplett montiert werden mussten“, erläutert Franck Champaign, Chef von Mtechbuild.

Die Gewächshäuser sind zentraler Teil des „Weltgartens“ im Themenpark Vin Pearl in Nha Trang und symbolisieren jeweils eine andere Klimazone. Das Größte hat einen Durchmesser von 52 Meter und beheimatet Kakteen, die anderen vier haben 36 Meter Durchmesser. Die Klimatisierung erfolgt größtenteils über natürliche Belüftung und textilen Sonnenschutz, unterstützt durch die Zweifachverglasung mit den energieeffizienten Warme Kante Abstandhaltern. Die Struktur der Glashalbdome gleicht einer Orangenschale mit nach oben hin sich verjüngenden Spalten und bedeutete eine besondere Herausforderung für Deschanet: um der Kuppelform exakt zu folgen, wurden neben den Basisgläsern im Format 1,60 x 1 Meter dreieckige und trapezförmige Gläser für den passgenauen Anschluss gefertigt. Der gesamte Glasaufbau mit Super Spacer, einer Sekundärdichtung aus Silikon und einer speziellen härtbaren Glasbeschichtung wurde im Vorfeld auf die Eignung für das Kaltbiegen getestet, um die Dichtigkeit des Randverbunds auch unter Spannung sicherzustellen.

www.superspacer.com