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Keramikfassade mit Schaumglasdämmung

Das neue Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in der bayerischen Gemeinde Poing bei München ist ein Ort für Gebet, Gottesdienst und Gemeinschaft. Der von meck architekten geplante und mit dem Architekturpreis „Große Nike“ ausgezeichnete Sakralbau zeichnet sich besonders durch seine Lichtstimmung und Raumwirkung aus. Beides entsteht unter anderem durch die markante Dachkonstruktion aus unterschiedlich hohen Bereichen. In der Fassade sowie im Dach kamen als Dämmstoff die Produkte Foamglas Ready Board T4+ und Foamglas Tapered T4+ zum Einsatz.

Bereits ab den 1920er Jahren lösten sich die Bistümer im Kirchenbau von den traditionellen und bewährten Stilrichtungen wie der Neuromanik und -gotik. Eines der jüngsten Beispiele für ein modernes Gotteshaus befindet sich in der Gemeinde Poing. Im Auftrag des Erzbischöflichen Ordinariats München entwarfen meck architekten eine neue katholische Pfarrkirche mit einer städtebaulich wichtigen Funktion. Als Bindeglied zwischen dem neuen nördlichen und dem alten südlichen Teil von Poing prägt das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer die Ortsmitte der Gemeinde. Zugleich befindet es sich in unmittelbarer Nähe zum Bürgerhaus im Süden sowie zur evangelischen Christuskirche und zum Parksee im Norden.

Die rund 15.000 Keramikkacheln brechen und reflektieren das Licht auf besondere Weise. Foto: Florian Holzherr
Die rund 15.000 Keramikkacheln brechen und reflektieren das Licht auf besondere Weise. Foto: Florian Holzherr

Auszeichnung mit „Große Nike“

Für das Projekt östlich von München erhielten Bauherr und Architekturbüro bereits zahlreiche Auszeichnungen – darunter auch den renommierten Architekturpreis „Große Nike“ des Bund Deutscher Architekten BDA. Der Neubau zeichnet sich besonders durch seine skulpturale Form aus, bei der auf einen traditionellen Kirchturm verzichtet wurde. Die vielseitige Dachlandschaft bringt eine besondere Raumwirkung mit sich. Diese manifestiert sich in unterschiedlichen Raumhöhen – die höchste über dem Altar. Dabei liegt die Dachkonstruktion auf einem Kreuz aus Stahlträgern auf, das gleichzeitig als Gewölbekreuz im Raum sichtbar ist. Drei Lichtelemente in der Gebäudehülle erhellen die liturgischen Zonen: Altar, den Tabernakel und das Taufbecken. Durch den Einfall des Lichts entsteht eine Art Transzendenz, die für die Besucher der Kirche erlebbar wird. Der Innenraum ist bewusst reduziert mit Stein im unteren und Kalkputz im oberen Bereich ausgeführt. Die Bänke, die bis zu 350 Besuchern Platz bieten, orientieren sich um den Altar.

Die Kirche zeichnet sich besonders durch ihre skulpturale Form aus, die mit einer variierenden Dachlandschaft eine besondere Raumwirkung mit sich bringt. Foto: Florian Holzherr
Die Kirche zeichnet sich besonders durch ihre skulpturale Form aus, die mit einer variierenden Dachlandschaft eine besondere Raumwirkung mit sich bringt. Foto: Florian Holzherr

Gebäudehülle mit Keramikverkleidung

Nicht nur mit seinen Höhen, Tiefen und Schrägen sticht die Gebäudehülle ins Auge – auch die Materialität ist ein Blickfang. Während im unteren Bereich der Fassade mit dem ortstypischen Nagelfluh – ein Gestein der oberbayerischen Schotterebene – gearbeitet wurde, ist der obere Bereich der Wand- und Dachfläche mit Keramikfliesen überzogen. Letztere sind dreidimensional gefertigt, sodass sie das Licht auf besondere Weise brechen und reflektieren. Insgesamt wurden rund 15.000 dieser quadratischen Keramikkacheln an Fassade und Dach montiert. Das Gewicht von rund vier Kilogramm pro Element war hierbei eine planerische Herausforderung. Die Befestigung der Kacheln erfolgte nicht sichtbar mittels Klammerung an einer Unterkonstruktion aus Stahl.

Der Innenraum ist sehr reduziert mit Stein im unteren und Kalkputz im oberen Bereich ausgeführt. Die Bänke, die bis zu 350 Besuchern Platz bieten, orientieren sich um den Altar. Foto: Florian Holzherr
Der Innenraum ist sehr reduziert mit Stein im unteren und Kalkputz im oberen Bereich ausgeführt. Die Bänke, die bis zu 350 Besuchern Platz bieten, orientieren sich um den Altar. Foto: Florian Holzherr

Wärme- und vorbeugender Brandschutz vereint

Mit seinen bauphysikalischen und technischen Eigenschaften erwiesen sich Schaumglas-Platten der Deutschen Foamglas GmbH als geeigneter Dämmstoff im Dach und in der Fassade der Kirche. Der Baustoff besteht zu über 60 Prozent aus hochwertigem Recyclingglas sowie natürlichen Rohstoffen wie Sand, Dolomit und Kalk. Seine bauphysikalischen Eigenschaften erhält Foamglas dabei unter anderem durch seine hermetisch geschlossene Zellstruktur. Sie bewirkt, dass das Material wasser- und dampfdiffusionsdicht ist und keine Feuchtigkeit aufnimmt. Mit Foamglas T4+ setzten die Projektbeteiligten zudem auf einen Baustoff, der neben einer hohen Druckfestigkeit von 600 kPa auch einen guten Wärmeschutz bietet. So verfügen die Platten über eine Wärmeleitfähigkeit von λD= 0,041 Watt pro Meter und Kelvin (W/(m·K)). Die Dämmleistung gewährleistet dabei ein angenehmes Raumklima im Kirchenneubau, von dem die Besucher während der Gottesdienste profitieren. Daneben sorgt der Dämmstoff auch für Sicherheit: Denn das Material ist der Euroklasse A1 zugeordnet und somit nicht brennbar. Im Brandfall setzt es weder Rauch noch giftige Gase frei.

Die Fassade wurde im unteren Bereich mit Nagelfluh – einem Gestein aus der oberbayerischen Schotterebene – und im oberen Bereich mit Keramikkacheln verkleidet. Foto: Florian Holzherr
Die Fassade wurde im unteren Bereich mit Nagelfluh – einem Gestein aus der oberbayerischen Schotterebene – und im oberen Bereich mit Keramikkacheln verkleidet. Foto: Florian Holzherr

Foamglas T4+ für Dach und Fassade

Für den Bau der Pfarrkirche in Poing wurden 2.703 Quadratmeter der Schaumglas-Platten geliefert – davon die eine Hälfte für die Fassade und die andere Hälfte für die Pult- und Flachdächer. Zum überwiegenden Teil wurden Foamglas Ready Boards T4+ mit einer Dicke von sechs Zentimetern verbaut. Die Elemente bestehen aus verklebten T4+ Platten und verfügen über eine werksseitig aufgebrachte PE-Folienkaschierung auf der Oberseite sowie ein weißes Spezialglasvlies auf der Unterseite. Ebenfalls verbaut wurden 90 Quadratmeter Gefälleplatten Foamglas Tapered T4+ mit einer Dicke von sieben Zentimetern. Das Produkt eignet sich besonders für Flachdächer, da es bereits über ein „eingebautes“ Gefälle verfügt. Auf diese Weise gewährleistet es eine sichere Wasserableitung – ohne, dass hierfür zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.

Zum überwiegenden Teil wurden Foamglas Ready Boards T4+ mit einer Dicke von sechs Zentimetern verbaut. Die Platten verfügen über eine werksseitig aufgebrachte PE-Folienkaschierung auf der Oberseite sowie ein weißes Spezialglasvlies auf der Unterseite. Foto: Deutsche FOAMGLAS GmbH
Zum überwiegenden Teil wurden Foamglas Ready Boards T4+ mit einer Dicke von sechs Zentimetern verbaut. Die Platten verfügen über eine werksseitig aufgebrachte PE-Folienkaschierung auf der Oberseite sowie ein weißes Spezialglasvlies auf der Unterseite. Foto: Deutsche FOAMGLAS GmbH

Mit dem Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer wurde ein architektonisch anspruchsvoller Neubau realisiert, der sowohl außen als auch innen mit qualitativen Baustoffen ausgeführt wurde und damit wesentliche Ansprüche an ein langlebiges Bauwerk erfüllt.

Bautafel
Projekt: Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer, Poing
Bauherr: Katholische Kirchenstiftung St. Michael vertreten durch Erzbischöfliches Ordinariat München Ressort 2: Bauwesen und Kunst
Architekten: meck architekten gmbh, München; Andreas Meck, Axel Frühauf
Ausschreibung und Bauleitung: Rudolf + Sohn Architekten, München

Verarbeitung Dämmung: Degen + Rogowski GmbH, Herzogenrath
(jetzt DR Fassadenbau GmbH)
Dach- und Fassadendämmung: Deutsche Foamglas GmbH
Bauzeit: Juli 2015 bis Juni 2018